Hendrik Pfeiffer – Porträt eines deutschen Marathonläufers

Vom U23-Rekordler über zwei Olympiastarts bis zum späten Durchbruch in die 2:06 – die „Odyssee" eines Kämpfers
Der Sprung auf den Mar.. Zweimal Olympia und ei.. Eine Laufbahn voller R.. Der späte Durchbruch:..

Kaum ein deutscher Spitzenläufer macht seinen Sport so transparent wie Hendrik Pfeiffer: offen spricht er über Verletzungen, Zweifel und Comebacks, dokumentiert sein Training und nimmt Fans mit ins Höhenlager. Dahinter steht eine bemerkenswerte Laufbahn – die eines Athleten, der immer wieder zurückkam und ausgerechnet in einer späten Karrierephase die schnellsten Zeiten seines Lebens lief.

Geboren am 18. März 1993 in Düsseldorf, wurde Pfeiffer beim TV Wattenscheid 01 zu einem der talentiertesten deutschen Langstreckler. Schon als junger Läufer setzte er ein Ausrufezeichen, als er sich den deutschen U23-Rekord über 10.000 Meter sicherte. Sein Selbstverständnis als eigenverantwortlich trainierender Athlet, der mit Spezialisten aus Lauftraining und Physiotherapie zusammenarbeitet und seinen Weg öffentlich teilt, prägt seine Karriere bis heute.

Der Sprung auf den Marathon

Den Schritt auf die Königsdistanz krönte Pfeiffer früh mit einem Höhepunkt: 2017 gewann er den Köln-Marathon – für ihn, wie er es selbst beschrieb, vor allem ein Sieg über sich selbst. Es folgte die konsequente Arbeit an der Weltklasse: Am 23. Februar 2020 lief er beim Sevilla-Marathon 2:10:18 Stunden und erfüllte damit die Olympianorm. Der Marathon war endgültig zu seiner Disziplin geworden.

Zweimal Olympia und ein nationaler Titel

Trotz einer durch die Umstände gestörten Vorbereitung wurde Pfeiffer für die wegen der Pandemie verschobenen Olympischen Spiele von Tokio nominiert. Im wegen der Hitze nach Sapporo verlegten Marathon erreichte er 2021 in 2:20:43 Stunden das Ziel. 2022 wurde er beim Hannover-Marathon in 2:10:59 Stunden Deutscher Meister, und auch bei den Olympischen Spielen 2024 in Paris gehörte er dem deutschen Aufgebot an – seine zweite olympische Teilnahme.

Eine Laufbahn voller Rückschläge

Was Pfeiffers Weg besonders macht, sind die Widerstände. Eine COVID-19-Erkrankung und immer wiederkehrende Verletzungspausen warfen ihn mehrfach zurück – nicht umsonst trägt die Dokumentation über ihn den Titel „Die Odyssee eines Marathonläufers". Doch jedes Mal fand er zurück. Mit akribischem Training, Höhentrainingslagern und einer großen Portion Kämpferherz arbeitete er sich immer wieder an die Spitze, ohne den Spaß und die Offenheit zu verlieren, die ihn als PUMA-Athlet und Lauf-Vlogger auszeichnen.

Der späte Durchbruch: 2:06

Den eindrucksvollsten Beweis seiner Beharrlichkeit lieferte Pfeiffer in der Saison 2025/2026. Nach Jahren im Bereich um 2:10 Stunden gelang ihm der Sprung in eine neue Dimension: Ende 2025 lief er 2:06:45 Stunden, im Frühjahr 2026 steigerte er sich auf 2:06:34 Stunden – eine Bestzeit, die ihn zu den schnellsten deutschen Marathonläufern überhaupt zählen lässt, dazu Top-8-Platzierungen bei großen Stadtmarathons. Dass ein Athlet ausgerechnet jenseits der 30 und nach so vielen Rückschlägen derart zulegt, ist im Marathonsport eine Seltenheit. Nebenbei gewann er 2025 die deutsche Wertung des Wings for Life World Run.

Privat ist Pfeiffer mit der Läuferin Esther Pfeiffer (geb. Jakobitz) verheiratet. Mit seiner offenen Art, mit der er Höhen wie Tiefen des Leistungssports teilt, ist er für viele Hobbyläufer zu einer Identifikationsfigur geworden – und zum Beleg dafür, dass sich Geduld und Hartnäckigkeit im Laufsport auszahlen.

Aktuelle Marathons und Lauftermine in Deutschland findest du in unserem Laufkalender für Deutschland.

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